| 1906 |
Der Gründungsprospekt datiert vom 3. September 1906. Gründungsversammlung am 14. November im Gasthof Bären in Lotzwil. |
| 1907 |
Mitte Juni Beginn der Drahtziegelfabrikation auf selbst konstruierten Maschinen. Mitte August erste Serie von Rollen gebrannt. Von Anfang an Schwierigkeiten an den Webstühlen und schwere Störungen. |
| 1908 |
Die unvorhergesehene Entwicklung hat eine stürmische erste Generalversammlung am 27. April zur Folge. |
| 1910 |
Fieberhafte Bemühungen um Verbesserung der Fabrikation. Vier Jahre nach der Gründung steigt der Absatz auf 13’000 Rollen Drahtziegelgewebe. Jahresabschluss mit kleinem Überschuss. |
| 1913 |
Passivsaldo ist getilgt. Erstmalige Auszahlung einer Dividende. |
| 1918 |
Kleiner Umsatzrückgang. Trotzdem Feuerprobe bestanden. Der Kaufofferte fremder Interessentengruppe wird keine Beachtung geschenkt. |
| 1928 |
Kontakte mit übrigen Drahtziegelfabriken auf dem ganzen Kontinent werden gebildet. Mitte Juli wird erste Drahtziegel-Union gegründet. 10 Jahre später entsteht daraus im Hotel St. Gotthard in Luzern die Drahtziegel-Konvention. SDL erzielt keine grösseren Erfolge im Auslandsgeschäft. Hingegen zog die SDL aus der Besichtigung anderer Werke praktischen Nutzen. |
| 1929 |
Konkurrenten stärken uns. Ehemalige Mitarbeiter gründen Konkurrenzbetriebe in Bützberg und in Wynigen. SDL entwickelte selber das «Ideal-Rabitz»-Produkt, qualitativ dem Bützberger Produkt überlegen. Vertrieb ab Frühjahr mit gutem Erfolg. |
| 1930 |
Raumverhältnisse werden knapp. Umbau des Brennofens und Neubau des Hochkamins sowie des Vorbrennofens. |
| 1931 |
Erstmals bezahlte Ferien für Arbeiter. 3 Ferientage für 2-3 Dienstjahre und 5 Ferientage für Mitarbeitende mit mehr als 3 Dienstjahren. |
| 1935 |
Die Wirtschaftskrise hält an. Rigorose Rationalisierungen im Betrieb sind nötig. «Ideal-Rabitz» schafft den Durchbruch nicht. Einzige Chance: Rückkehr zum verzinkten Rabitz aus Deutschland, dem sogenannten «Streckrabitz». |
| 1936 |
Lakonischer Kommentar zum ersten Halbjahr: «Produktion fand keine statt.» Diese Aussage widerspiegelt einerseits den Mangel an Rohmaterialien sowie den schweren Existenzkampf. |
| 1939 |
Umfangreiche Lieferungen für die Landesausstellung 1939 in Zürich ausgeführt. Trotzdem nur 18 % Beschäftigung mit fünf Mann sowie einem Vorarbeiter. |
| 1940 |
Materialbeschaffung seit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges noch schwieriger. Fabrikation von «Ideal-Rabitz» wegen Mangels an Jute und Bitumen eingestellt. |
| 1942 |
Lieferungen des deutschen Rabitzgewebes kommt ins Stocken und bleibt ab 1944 gänzlich aus. Bestehende Webstühle abgeändert zur Aufnahme der Produktion von Streckrabitz 20/20 mm, ein Jahr später 13/17 mm. Auseinandersetzung mit den Fragen betreffend Verzinkung. Gemeinde Lotzwil kann erforderliche elektrische Energie nicht liefern. Plan für eigene Verzinkungsanlage fällt ins Wasser. Spedition sämtlicher Artikel in die Verzinkerei Pratteln notwendig. |
| 1946 |
Die sprunghafte Entwicklung der Nachkriegszeit fordert den Bau eines grosszügigen Webereitraktes. Lieferung der ersten zwei neuen Webstühle für Streckrabitz durch die Maschinenfabrik Ammann AG . Herbst: Baubeginn eines neuen Gebäudes für die Verzinkerei. Grund: Elektrizitätsnetzausbau der Gemeinde Lotzwil vollzogen. |
| 1947 |
Februar: Inbetriebnahme der Verzinkerei mit einem kleinen Zinkbad mit rund 5 Tonnen Zinkinhalt. Ein Jahr später: Montage eines zweiten Bades von 320 x 120 x 110 cm Grösse mit 30 Tonnen Inhalt. Damit wird das Verzinken grösserer Gegenstände möglich. Ausweitung des Kundenkreises wird spürbar. |
| 1949 |
Die Firma gilt bereits als führend in ihrem Segment. Herstellung sechseckiger Rabitzgeflechte darf nicht fehlen. Nach einjähriger Lieferfrist trifft das Maschinenungetüm für die Produktion des Sechseckgeflechtes im Mai ein. Zwei- und dreischichtiger Betrieb ist die Folge. Demgegenüber stetiger Absatzschwund des Stammartikels Drahtziegel. |
| 1950 |
Die Jahresabschlüsse 1950 bis 1955 sind positiv. Erstmals steht nicht Sparen an oberster Stelle der SDL. Trotz erneuter deutscher Konkurrenz auf dem Schweizer Markt sind Stabilisierung und Konsolidierung möglich. Vergrösserung der Liegenschaft. Zusätzliche Verbesserungen: Einrichtung von Ess- und Waschraum mit Duschen sowie stabiles Flachdach für das Brennhaus. |
| 1953 |
Tragik in der Auffahrtsnacht des 14./15. Mai: Beschädigte Stromleitung verursacht Brand im Hauptgebäude. Das Archiv samt allen Akten wird vernichtet. Büroneubau wird unmittelbar in Angriff genommen. Bezugsbereit im Januar 1954. |
| 1956 |
Aufnahme der Drahtbinderfabrikation. |
| 1961 |
Der seit 1949 für die SDL tätige Geschäftsführer Gustav A. Schoch übernimmt die Führung der Firma für die nächsten 20 Jahre. |
| 1969 |
Anschaffung der siebten und letzten Drahtbindermaschine. Einstellung der Eigenproduktion von Drahtziegelgewebe. |
| 1970 |
Die siebziger Jahre sind geprägt von der Ölkrise. Folge: Europaweite Rezession. Baubranche und damit SDL stark betroffen. «Gürtel enger schnallen» hiess überall die Devise – so auch in der SDL. |
| 1975 |
Hochwasser im Langententhal überschwemmt auch die SDL und führt zu grossen Schäden. |
| 1980 |
Übernahme der Generalvertretung für «Aerosmith-Geräte» für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Die Vertretung funktioniert als Handelsabteilung «Befestigungstechnik» und umfasst: pneumatisch betriebene Nagelmaschinen sowie entsprechende Befestigungsmittel. Weiteres Angebot: Geräte der Marke Prebena zur Verarbeitung von Klammern und vorkonfektionierten Nägeln. |
| 1981 |
Das Jahr ist von organisatorischer und personeller Umstrukturierung gekennzeichnet. Walter Eberle, bisher Leiter der Abteilung Befestigungstechnik, übernimmt interimistisch die Gesamtleitung am 1. März. Der etwas später von Eberle geplante Kauf der Firma scheitert im letzten Moment. Grund: Analysen ergeben grosse Liquiditätsschwäche. Eberle gibt seine Kaufabsichten auf. Nachfolger ab 1. Januar 83 wird Hans Villiger. |
| 1982 |
SMUV empfiehlt Teuerungsausgleich von 6,48 %. Preisdruck, gepaart mit erhöhten Kosten, führt zu negativem Ergebnis. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit treten auf. Erstmals wird unsere Generation mit dem Phänomen der verminderten Produktivität konfrontiert. Die Nachfrage in der Verzinkerei steigt und kurzfristig wird ein Zweischichtbetrieb eingeführt. |
| 1983 |
Herbst: Übernahme der Aktienmehrheit sowie der obersten Geschäftsleitung durch Werner Schneider, Inhaber der Verzinkerei Oberuzwil AG . Unverzüglich wird Verzinkerei modernisiert. Zudem Organisation eines eigenen Abhol- und Zustellservices. Modernisierung allein genügt nicht. Erst die Visionen von Hubert Wälti und der Bau der neuen Verzinkerei-Anlage 1989 verhelfen der SDL zum Durchbruch. |
| 1989 |
Hubert Wälti übernimmt Führung der SDL und leitet erneute Überarbeitung der Firmenstrategie ein. Definition derselben: «Alles aus einer Hand». Die Branche ist mitten in einer technologisch rasanten Entwicklungsphase. Innerhalb von acht Monaten (Planung inkl. Realisation) entsteht entgegen früherem Konzept mit kleineren Bädern eine 7-m-Verzinkerei-Anlage. Korrosionsschutz wird definitiv zum Schwerpunkt. |
| 1990 |
Modernisierung der Firma verlangt nach Verjüngung und Anpassung des Firmenlogos. Tourausweitung in die Gebiete Waadt, Unter-Wallis und Genf bringt weitere Umsatzsteigerung. Erstmals Lkw mit Kran im Einsatz. Bei Generalversammlung der EGGA (European General Galvanizers Association) in Montreux stösst die moderne Verzinkerei-Anlage auf grosses Interesse. Folge: Betriebsführungen in Lotzwil für Kollegen aus aller Welt. Drei Jahre später ensteht in Zittau (Dreiländereck Ostdeutschland) eine weitere Verzinkerei wie sie in Lotzwil steht. |
| 1991 |
Nach über einem Jahrzehnt Arbeit in der Technischen Kommission von Hubert Wälti mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) entsteht der Beruf Feuerverzinker. 2 Jahre später bildet die SDL den ersten Feuerverzinkerlehrling aus. Er besteht die Prüfungen, hängt gleich die Galvaniker-Lehre an und absolviert auch noch die höhere Fachprüfung. |
| 1994 |
Landkauf zwecks Kopfbau der Verzinkerei zur Dämmung von Lärmemissionen. |
| 1996 |
Zertifizierung SQS für ISO 9001. |
| 1998 |
Nochmals Bewältigung Lärmemissionen durch Bau der Lärmschutzwand. |
| 1999 |
Übernahme der Aktienmehrheit durch die Familie Wälti. Weiterer Landkauf für Fahrspur neben der Verzinkerei. |
| 2000 |
«Alles aus einer Hand» heisst: Beschichten, Promatverzinken, Chromstahl beizen, etc. für ihre Kunden. Transportwege und Liefertermine führen zur Planung eines eigenen Beschichtungswerkes. Auf altem Verzinkungsgelände nimmt eigene Beschichtungsanlage im August Produktion auf. Ergebnis: Synergieeffekt «Verzinkerei-Beschichtungswerk». Rezession herrscht. Trotzdem Schaffung zusätzlicher 20 Stellen plus neuer Lehrstelle «Industrielackierer/In». Echte Herausforderung für gesamte Belegschaft, da nebst Korrosionsschutz Erweiterung der Tätigkeit auf gestalterischem Sektor. Vielfalt der Kundenwünsche nimmt enorm zu. Altlastenentsorgung auf dem alten Verzinkungsgelände kostet 1 Mio. Franken. |
| 2001 |
Anfang Jahr Vergrösserung des Zinkbads auf 7,25 x 1,80 x 3,20 m. |
| 2002 |
Ausbau des Zaunbausortimentes und ihren Dienstleistungen. Letzte eigene Drahtwarenproduktion. |
| 2003 |
Befestigungstechnik wird in die Abteilung Drahtwaren integriert und teilweise ausgelagert und verkauft. |
| 2004 |
Stahlkrise! China kauft den Stahlvorrat. Folge: Preiserhöhungen bis zu 60 % wegen Rohstoffmangels. Der eklatante Preisanstieg führt bei SDL als auch bei Kunden zu Bezugsproblemen. Neues Führungskonzept. Mitglieder der GL: Hubert Wälti (Inhaber), Reto Thomi (Geschäftsführer), Christoph Schmidt (Technischer Leiter), Ernst Jenni (Leiter Zaunbau/Drahtwaren). |
| 2005 |
«Versetzte Arbeitszeiten» sind das Rezept für mehr Flexibilität und Qualität. Einsatz der Mitarbeitenden entsprechend dem Auftragsvolumen. Resultat: Win-win-Situation. |
| 2006 |
Jahr der Renovation. Mehr Licht, mehr Platz ist das Ziel. Renovieren, installieren, strahlen, streichen und putzen. Die SDL im frischen Look ist bereit für die Jubiläumsfeierlichkeiten. |